28.03.–04.04.2010 The Royal Dee

Nachdem in Schweden unter mysteriösen Umständen Mein Pass verloren ging, war ich also gezwungen erst nach Deutschland zurückzukehren und mir einen Ersatzpass zu besorgen. Danach einen neuen Flug zu buchen um letztendlich erschöpft aber glücklich am Montagabend in unserem Cottage des Tornacraig Estate am Dee anzukommen. Einen Tag hatte ich somit verloren.

Unsere diesjährige "Fishingparty"

Unsere Gruppe bestand mal wieder aus einem bunt zusammen gewürfelten Haufen, aus Schweden, Dänen, einem Finnen und zwei Deutschen. Ich wurde auf´s herzlichste empfangen und Mir wurde sogleich von zwei schönen Springern berichtet, die Hans und Rafal gefangen hatten.

Wir sollten in Rotation folgende Beats fischen: Dinnet & Deecastle, Waterside & Ferraw und Craigendinnie. Am nächsten Tag nach dem Aufwachen die Ernüchterung!!! 40cm Neuschnee und Wind in Orkanböhen. Die Fischerei verhielt sich schwierig und trotz der 15 Ft war es meist nicht möglich das Vorfach zu strecken und die Fliege in der gewünschten weise zu präsentieren. Außerdem lag die Wassertemperatur konstant bei 2 bis 3 Grad Celsius. Das schlechte Wetter verfolgte uns fast die ganze Woche und die Bestitzer des

Eine böse Überraschung gabs am ersten Morgen

Estate mussten uns sogar mit einem eigenen Schneepflug befreien. Die Tage vergingen und außer einzelfischen gab der Dee keine guten Ergebnisse her. Am Donnerstag den 1sten April sah ich im Watersidepool meinen ersten Fisch der Woche, an der Oberfläche im Head and Tail Stil. Von der Linkshandseite war diese Stelle allerdings nicht optimal zu erreichen.

Also fuhren wir über die Brücke bei Aboyne um die andere Seite des Pools zu gelangen. Ich hatte ja schon vorher gefischt, also wollte ich meinem Mitfischer Hans den Vortritt lassen. Dieser allerdings wies mich mit den Worten: ,,Du geht’s da jetzt rein und holst ihn Dir“ zurück und trat den Weg Stromauf an.

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Schneetreiben am Pool

Lars macht Pause

Endlich besseres Wetter

Laaanger Wurf, noch zwei Meter nachfüttern, Menden und die Fliege langsam und tief kommen lassen. Nach etwa 10 Würfen das ersehnte zupfen, welches ich nachdem der Fisch der Fliege etwa 2 Meter gefolgt war mit einem Strike quittierte. Der Ghillie bekam fast einen Nervenzusammenbruch und ich befand mich also im Drill einem Schottischen Springer. Nach etwa 10 Minuten glitt ein wunderschöner Springer ins Netz des Ghillies. Der Fisch wurde von ihm auf 10lbs geschätzt und nach etwa 5 Sekunden an der Luft schonend zurück ins inzwischen etwa 5 Grad kalte Wasser gesetzt. Nachdem ich mir fast die Ohren lang ziehen lassen habe (aufgrund des Strikes), erklärte ich ihm die Gründe für mein handeln. Lars hatte mehrere Fische verloren, da er auf einen richtigen Pull gewartet hat. Ich entschied mich für die gewagte Variante und hatte Erfolg. Wär dies nicht so gewesen, hätte ich mir das wohl den Rest der Woche ein paar Sprüche anhören können.

Mawill mit Dee-Springer

Nachdem ich mich ausführlich bei Hans bedankt habe, das er mich ,,genötigt“ hatte den Pool zu fischen, ging ich wieder Flußab. Der Ghillie, der in dieser Woche bisher keinen Fisch in seine Bücher einschreiben konnte, bewegte mich noch einmal in den Watersidepool einzusteigen. Nach weiteren 10 Würfen attackierte ein Fisch meine Fliege heftig. Ein echter Pull der in einem zehn minütigen Drill endete. Dieses mal war der Fisch 11lbs schwer und wieder wunderschön!!! Die Fotos wurden dank meiner Regieanweisungen dieses mal auch nahezu perfekt. Freitag und Samstag verliefen bei mir bis auf einen verlorenen Fisch ereignislos.

Als besonderes Ereignis empfand ich noch das Abendessen am Freitag, welches wir mit den Machern der Internetseite Fiskebloggen, sowie Ken Reid von Fishdee im legendären Potarch Bridge Hotel zu uns nahmen.

Hans im Drill

Hans mit Springer

Die Woche am Dee war wieder mal Lachsfischen vom feinsten. Trotz schwierigster Bedingungen konnte ich in 5 Fischtagen zwei wunderschöne Fische landen, die jeden Aufwand wert waren.
Schottland ist so traditionsbewusst und geschichtsträchtig, das ich solange es mir möglich sein wird immer wieder kommen werde.

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Das Ergebnis sah wie folgt aus:

Rafal Kaminski 7 Fische / Lars Terkildsen 2 Fische
Hans Joachim Klingt 2 Fische / Mawill Lüdenbach 2 Fische
Peter Rask 1 Fisch / Drei unserer Mitfischer gingen leider leer aus.

Tight Lines,

Mawill