Bindematerial – Zonkerstrips selber herstellen

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In der letzten Saison habe ich mit verschiedenen Zonkermaterialien als Schwinge für Lachsfliegen experimentiert. Die Bindeabteilung des Gerätehändlers meines Vertrauens, hielt leider nur wenig Auswahl bereit! Es ist teilweise recht schwierig für uns Fliegenbinder,  geeignete Bindematerialien  zu finden… Wer kennt es nicht, wieder einmal durch die Bindeabteilung zu streifen, auf der Suche nach diesem einen bestimmten Material, bis man schließlich ernüchtert resigniert, weil man wieder nicht gefunden hat wonach man schon so lange suchte!

Wie gesagt, befand ich mich auf der Suche nach Fellstreifen, die ich zum Binden neuer Lachsfliegen-Muster brauchte. Und wie gesagt, war die Auswahl sehr begrenzt. Ich fand ein paar Streifen aus Hasenfell und damit war das Thema dann auch erledigt. Widerwillig band ich einige Fliegen mit Schwingen aus Hasenstreifen, wie erwartet entsprach das Ergebnis gerade bei etwas größeren Fliegen nicht meinen Vorstellungen! Ein neuer Plan musste her…

Ich kaufe meine Bindematerialien normaler Weise nicht im Internet. Gerade bei Naturprodukten wie Fellen und Federn, möchte ich die Ware gerne in den Händen gehabt haben um ein Gefühl für deren Qualität zu bekommen. Auf Bildern erkennt man nun mal nicht, wie weich Felle sind bzw. wie viel Unterwolle darin steckt oder wie gewellt die Haare sind! Ähnlich verhält es sich mit Federn. Ich möchte gerne fühlen, wie die Grannen beschaffen sind oder wie dick die Kiele sind, denn nur so kann ich entscheiden, ob sie für mein Vorhaben geeignet sind! In diesem Fall sah ich jedoch keine andere Möglichkeit und bestellte einige Stücken Körperfell, u.a. Fuchs, Opossum, Hase und Biber in einem großen Onlineshop.

Bald bekam ich tolle Materialien direkt zu mir nach Hause. Doch nun stand ich bereits vor dem nächsten Problem, wie konnte ich das Fell in Streifen schneiden? Erste Versuche mit einer Rasierklinge freihand zu agieren scheiterten kläglich! Der Fehler lag weniger an der Klinge, als an dem der sie bediente, mir… so versaute ich mir also gleich einen Teil der schönen Felle. Das die Klinge das richtige Werkzeug war stand jedoch fest. Mawill und ich brüteten darauf hin eine Konstruktion aus, die es uns erlaubte viele gleichmäßige Streifen auf einmal zu schneiden, ein wahres Wunderwerk höchster Ingenieurskunst!

Materialien

Erste Schritte

Seitenansicht

Draufsicht

Alles was wir benötigten fanden wir im Baumarkt um die Ecke, die Rasierklingen kauften wir in der Filiale eines großen Drogerieunternehmens. Unsere „Maschine“ besteht aus zwei Gewindestangen Ø=8mm, dazu einige passende Kontermuttern und viele Unterlegscheiben. Das ganze wird so zusammengebastelt, dass die gewünschte Anzahl Unterlegscheiben (diese bestimmt die Dicke der Zonkerstrips), zwischen den Rasierklingen aufgeschoben wird. Zum Schluss wird mit den Muttern druck aufgebaut, Fertig!

 

Tight Lines,

Kolja