26.03.2010 Mörrum Premiere

Am Freitag den 26.03 war an der Mörrum die diesjährige Eröffnung angesagt.  Wie in jedem Jahr erwarteten wir dieses Datum mit Spannung und großer Vorfreude, endlich wieder die Zweihand schwingen zu können. Noch einige Tage zuvor, sah dieses Unterfangen jedoch gefährdet aus… Gerüchte dass die Premiere in diesem Jahr wegen des harten Winters und daraus resultierendem starkem  Eisgang verschoben werden würde machten die Runde. Als Mörrums-Kronolaxfiske am 15.03 jedoch auf ihrer Homepage veröffentlichte, dass die Fischerei nicht verschoben wird war dann alles klar! Voller Tatendrang reisten wir in diesem Jahr bereits am Donnerstag an. Der Plan sah vor, dass wir uns bevor es in Mörrum turbulent werden würde, im ansässigen „Fiskeshopen“ mit dem Bindematerial für die kommende Saison eindecken würden. Außerdem wollten wir Ulf noch um einige seiner Fliegen erleichtern, bevor dieser wieder für den reibungslosen Ablauf der Premiere sorgen muss.

In diesem Jahr waren die Eiskanten an vielen Pools noch stark ausgeprägt

Als wir dann bei einer Tasse Kaffee auf Ulfs Veranda saßen und bei herrlichem Frühlingswetter, seine neuesten Kreationen bewundern durften, wurde mir wieder einmal eine Sache verdeutlicht – etwas was ich im Grunde schon immer wusste… Der Typ hat wirklich ne Macke (entschuldige bitte Ulf)! Das meine ich jetzt auf eine durchaus positive Art und Weise. Ich kenne keinen Fliegenbinder, der so akkurat an die Sache geht, wie er. Zu zu sehen wie er in seinem Bindezimmer (übrigens mit Blick auf den Fluss) aufdreht, wenn man mit Ihm über verschiedene Materialien diskutiert oder darüber, wie schwer es leider ist an gutes Material überhaupt ranzukommen, ist ein Erlebnis welches ich jedem Fliegenbinder wünsche einmal zu erleben! Ich erinnere mich wie Ulf einen 1a. Balg hervorzauberte und mit einem Grinsen im Gesicht sagte: „Den konnte ich einfach nicht liegen lassen, sonst hätte den noch einer gekauft, ohne zu wissen

Sven drillt seinen ersten Mörrum-Lachskelt an der Strecke bei Knaggalid

was er da in der Hand hat und daraus Wolly Bugger, oder so etwas gemacht“. Nicht das sich bei Ihm verschiedene Bindematerialien, u.a. Fuchsschwänze und Bälge in jeglicher couleur, bereits bis unter die Decke stapeln…

Ich verstehe inzwischen warum sich Ulf so schwer damit tut, seine Fliegen wegzugeben. Viele Fliegenfischer wissen einfach nicht zu schätzen, was sie da am Ende ihrer Schnur haben! Ich bin mir sicher, er würde seine Fliegen am liebsten alle selber fischen, wenn er bloß genug Zeit dazu hätte ;-)

Dieses Erlebnis war bereits ein erste Highlight, welches die Premiere an der Mörrum in jedem Jahr so einzigartig macht. Vielleicht wäre es heuchlerisch zu behaupten, dass es uns gar nicht darum geht einen Fisch zu fangen, nebensächlich ist es jedoch mit absoluter Sicherheit! Vielmehr geht es darum das Kribbeln in der Luft zu spüren, wenn hier die Saison für so viele europäische Lachsfischer eingeläutet wird. Geschichten machen die Runde, Pläne werden geschmiedet und Freunde und Bekannte werden nach dem langen Winter wieder getroffen. Diese Atmosphäre muss man einfach selber mal erlebt haben, um zu verstehen was ich meine!

Und ja, gefischt haben wir dann selbstverstendlich auch noch. Nach dem ich im letzten Jahr meine Premierenkarte beim Fotowettbewerb von Mörrums-Kronolaxfiske gewonnen

Normen zeigte uns am Tag vor der Eröffnung alle interessanten Pools auf den uns noch völlig unbekannten Strecken, von Härnäs und Knaggalid

hatte, startete meine Saison in Pool 19 auf der Nordstrecke bei herrlichstem Frühlingswetter. Mawill musste an der Härnäs-Strecke ran und Sven begann seine Saison in Knaggalid. Unsere Freunde Jürgen und Eric fischten zusammen in Vittkövle. Als wir dann am Abend am Laxenshaus zusamenkamen wurde deutlich, wie gut der Saisonstart in diesem Jahr war. Ich konnte am ersten Tag keinen Erfolg verbuchen, dafür hatten die anderen jeweils ihre Fische gefangen. Mawill konnte eine abgelaichte Meerforelle fangen und Sven fing seinen ersten Mörrum Lachs-Kelt. Jürgen und Eric erlebten in Vitzkövle eine hervorragende Fischerei, zusammen fingen sie über 10 Fische… Erst am zweiten Tag konnte auch ich in Pool 1 meine ersten Fische fangen, innerhalb kurzer Zeit fing ich vier Meerforellen. Selbstverstendlich durften alle unsere Fische wieder schwimmen…

Sven mit Mörrumkelt

Eric mit Hybrid

dieser Kelt wird releast

Die Fischerei am Premieretag war insgesammt sehr gut. Der lange Winter hatte in diesem Jahr dazu beigetragen, dass nur wenige Fische nach dem Laichgeschäft verendet sind. Da das Eis erst kurz vor der Eröffnung aufgebrochen war, befanden sich die meißten Absteiger noch im Fluss. Der verhältnismäßig niedrige Wasserstand (32m³/sec) und das gute Wetter waren letztendlich dafür ausschlaggebend, dass an diesem Tag über 300 Fische (Lachs- und Merforellenkelts, so wie einige schöne Hybrieden) gelandet wurden und somit eins der besten Ergebnisse der letzten Jahre erzielt wurde.

Wir konnten dieses Mal leider keine (Blänkeren) blanke Fische fangen. Da der Fluss so lange Eis führte und auch die Pukavikbucht lange unter einer Eisdecke lag, waren bis zum Premieretag keine frischen Fische in den Fluss aufgestiegen. Die letzten Infos aus Mörrum zeigen, dass die „Blanken“ (Meerforellen) nun langsam kommen und mit Sicherheit eine spannende Fischerei versprechen, sobald das Frühjahrshochwasser abnimmt! Was wir in diesem Jahr jedoch erfreut zur Kenntnis nahmen ist, dass mindestens 80% der gefangenen Fische releast wurden und somit eine zweite Chance erhielten erneut zurückzukehren und am Laichgeschäft teilzunehmen.

Tight Lines,
Kolja