14.10.2009 Mandalselva

Am Morgen des 14.10 wurde damit begonnen, den wohl „umstrittensten Stein“ des Mandalselva, aus dem Fluss zu entfernen. Wie wir im Artikel über unseren Aufenthalt am Mandal dieses Jahres bereits berichtet haben, handelt es sich um einen Felsblock, der vom Landbesitzer am Haugefossen in den Wasserfall eingebracht wurde. Viele Fischer und Landbesitzer am Mandal sind der Meinung, dass sich die Strömungsverhältnisse verändert haben und die Überwindung dieses Hindernisses für die Lachse deutlich erschwert wurde. Dieser Standpunkt lässt sich bei genauerer Betrachtung der Bedingungen an diesem Wasserfall durchaus nachvollziehen! Während sich die Hauptströmung hier teilweise recht druckvoll durch eine Rinne in der Mitte zwängt, gab es früher eine Nebenströmung vor einem riesigen Fels mitten im Fossen. Hier konnten die Salmoniden aus einem tiefen Loch heraus diese Hürde überwinden. Mit dem Einbringen des Steines hat sich diese Option, zumindest bei mittleren bis niedrigen Wasserständen erledigt, da dort nun kaum mehr Wasser passieren konnte und die Fische nicht genug Druck bekamen um den Sprung anzusetzen…

Blick auf den Haugefossen

Demnach vermuten viele, dass insbesondere bei mittleren Wasserständen schwierige Bedingungen für das Passieren bestanden würden, dass es für die Fische jedoch nicht unmöglich ist, diese Hürde zu nehmen, beweisen viele Fänge von „meerlausbefallenen“ Lachsen, oberhalb des Haugefossens während solcher Bedingungen. Trotzdem scheint an diesen Vermutungen auch vieles zuzutreffen. So konnten wir beobachte, dass sich die Fischerei bei solchen Bedingungen wirklich häufig schwer gestaltet, ob es sich jedoch wirklich

In der vergangenen Saison, haben die niedrigen Fangzahlen am Mandal, insbesondere in der Zone 3, zu einiger Diskussionen geführt… das Ergebnis: In zahlreichen Diskussionsrunden mit allen Landbesitzern und Verantwortlichen am Mandal, wurde beschlossen, dass der Haugefossen in den Ursprungszustand zurückgeführt werden soll.

Der Stein liegt zwischen dem Felsblock im Wasserfall und dem linken Ufer

„Agder Energi“, das verantwortliche Konsortium des Wasserkraftwerks, hatte die Wasserführung an diesem Tag gedrosselt um die Arbeiten am Fossen zu erleichtern. Zunächst wurde bei den Arbeiten unter der Leitung von „Mandal Elvas Elveeigarlag“ in Person von Ole Bent Røiseland, versucht ein Hebekran mit einem Band einzusetzen um den Stein herauszuheben. Es war in jeder Hinsicht eine eisige Erfahrung! Trotz aller Bemühungen bewegte sich der Stein nicht von der Stelle. Nach über einer Stunde Arbeiten im eiskalten Wasser war die Zeit für Entscheidungen gekommen. Dank Alfred Nobels Erfindung des Dynamits, wurde das Problem buchstäblich weggeblasen…
Die Verantwortlichen sind mit dem Ergebnis dieses konstruktiven Dialogs sehr zufrieden. Zusätzlich zu den beschriebenen Maßnahmen soll für die kommende Saison eine Art „Mehrzweck-Plan“ für den Mandalselva, zwischen den Verantwortlichen Landbesitzern und dem Wasserkraftwerk entwickelt werden, sagte Røiseland. Wie dieser Plan aussehen wird ist bis Dato nichts bekannt, es wird jedoch sehr interessant sein zu sehen, ob sich dieses Ereignis auf  die Erholung des Lachsstammes am Mandal auswirken wird!

Die nächste Saison wird mit Sicherheit aufregend, zumal ich skeptisch bin, dass sich wirklich etwas ändert. Die Probleme sind größer als ein tonnenschwerer Felsbrocken! Und wir haben schon so oft davon gehört, dass sich Wasserwerke und Fischereiinhaber an verschiedenen Flüssen auf irgendetwas einigen wollen… meist ändert sich jedoch nicht wirklich viel! Trotzdem hoffe ich, dass sich die Fischerei an diesem wunderschönen Fluss erholen wird, die ersten Schritte in die richtige Richtung sind bereits dadurch gemacht worden, dass die Probleme konstruktiv diskutiert werden!

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Tight Lines,
Kolja