08.01.-15.01.2011 Meerforellenfischen am Rio Gallegos / Teil 1

Mawill @ Molinos

Nach unkomplizierter Anreise über Buenos Aires, erreichte ich am 08.01.2001 Rio Gallegos in Süd Argentinien. Die Fahrt in die Las Buitreras Lodge die von Loop Adventures betrieben wird dauerte ca 40 Minuten. Nach dem was in der Buitreras Lodge ein ,,kleiner Imbiss“ genannt wurde und im Rest der Welt wohl eher ein opulentes Mahl war, wurde aufgetackled. Ich hatte mich gut vorbereitet und wusste das klare intermediate Schussköpfe und lange Vorfächer oft einen Unterschied machten. Gerade wenn das Wasser klar und niedrig war, wie bei meiner Ankunft. Dies machte die Fischerei für mich aber erst recht zu einem spannendem Unterfangen! Anders als beim Lachsfischen sollte die Fliege in möglichst spitzem Winkel geführt werden. Dieses macht die Fliege langsam. Permanentes einstrippen und somit ständiger Kontakt zur Fliege sind wichtig und die Bisse sind direkt mit der einstrippenden Hand zu quittieren, wenn denn überhaubt Zeit dazu bleibt. 90% dieser Argentinischen Bulldozer springen direkt nach dem Take aus dem Wasser und es fühlte sich oft an als hätte man einen kiloschweren Stein an das Ende des Vorfachs gebunden und diesen in hohem Bogen in den Fluss geworfen. So geschah es auch am Abend der warmupsession, nach meinem fünften Wurf im Brigepool. Ehe ich mich versah war meine sechser Rute krumm bis ins Handteil und der Fisch mache einen hohen Sprung gefolgt von einer 60 Meter langen Flucht. Wäre ich dem Fisch nicht gefolgt, hätte ich nach wenigen Sekunden das Backing zu Gesicht bekommen. Ich musste dem Fisch etwa 250 Meter flussab folgen während dieser sich ständig mit massiven kopfstössen zu wehr setzte. Nach circa 15 Minuten Tauziehen landete ich meine erste Gallegos Meerforelle von etwa 5,5 kg!

Bulldozer from Bridgepool

Ein Barren Sterling Silber mit der Kondition eines Pittbull. In dieser Sekunde war ich den Meerforellen des Gallegos verfallen! Je nach Windbedingungen fischte ich in den nächsten Tagen eine 11,6 Switchrute in 8/9 oder eben meine 9,6ft sechser Einhand. Nur beiStarkwind sah ich mich gezwungen zur ,,echten zweihand“ meiner 14ft in 9/10 zu greifen. Dies geschah aber nur einmal! Der Wind am Gallegos kommt zu 90% aus südweslicher Richtung und ist dem werfen oft eher zuträglich, als hinderlich! Ich kann mir vorstellen das der Einsatz einer 14 ft sich mit höherem Wasserstand auch als nützlich erweisen kann, bei mir persönlich war dies jedoch nicht der Fall. Fliegen sind denkbar einfache Wooly Bugger Variationen mit Gummibeinen in schwarz, Olive oder braun, sowie Nymphen wie prince nymph, copper john und bitch creek nymph.Die Fischerei In der Las Buitreras Lodge teilt sich in zwei Sessions auf. Eine morgens von 8.30 bis 13.00, die andere von 17.00 bis ca 23.00 Jeder Zeit lassen sich mit Guide und Lodge Manager allerdings alternativen absprechen und nichts ist unmöglich! Grundsätzlich lässt sich sagen, das Manager, Guides und Personal ein derart eingespieltes Team bilden, wie ich es noch nie erlebt habe.

Silber in praller Sonne

Ivar @ 75

Die Guides sind top ausgebildet und sprechen Spanisch, bestes englisch und einige sogar deutsch! Mit 4×4 Jeeps, einem Guide und jeweils zwei Fischern gilt es jeweils einen der fünf beats am Vormittag und einen weiteren Stromab am Nachmittag zu fischen. Die sogenannte ,,zone zero“ ist weiterhin als ausweichbeat vorhanden und wird bei intresse der Kunden oder aus besonderem Anlass heraus genutzt. Diese Zone beinhaltet so also ständig ungefischtes Wasser.

Las Buitreras Kunden stehen somit etwa 40 Flußkilometer beider Uferseiten zur verfügung. Egal ob bei hoch, oder Niedrigwasser, es gibt immer genug Wasser zum fischen!

Nach meinem super ,,Eröffnungsfisch“ war ich also bereit für die nächste Runde! Am so etwa 40 Kilometer des Rio Gallegos zu Verfügung. Und genau wie beim Lachsfischen gibt es hoch und niedrigwasser Pools. Diese liegen gut verteilt in jedem Beat und man sollte sich keine Sorgen machen, dass es zu wenig Fischw nächsten Tag befischte ich den ,,C.pool“ zusammen mit Lodgemanager Claudio und direkt an dem von ihm angepriesenen Hotspot, sollte mein nächstes Gallegos silber einer rubberleg Montana verfallen. In der nächsten Tagen stellte sich oft der Erfolg ein, wenn man einen bestimmten Takingpoint mit der passenden Methode fischte! Also hieß es oft Fliegen wechseln, sowohl in Größe als auch Farbe und Gewicht. Außerdem musste die Geschwindigkeiten genau passen. Hört sich simpel an, ist es aber nicht immer. Es hat mich einige Mühe gekostet hinter das genaue ,,Erfolgsrezept“ zu kommen und stetig in fast jeder Session meinen Fisch zu fangen. Aber schließlich konnte ich bei schwierigen Bedingungen doch 10 Fische fangen.

Alle blitzblank und bis zu 16 Pfund schwer. Das ich keinen der wirklich großen Fische gefangen habe, schien angesichts der Fänge meiner Mitfischer lediglich zufall gewesen zu sein. Täglich wurden in den Fanglisten Fische zwischen 15 und 24 Pfund eingetragen.
Da ich sofort dermaßen ,,süchtig“ nach den Takes und den unglaublichen Drills war, schrieb ich Christer Sjöberg, dem besitzer der Lodge schon am dritten Tag meiner Reise eine Mail:

Aggresives Mänchen

Ich:
Hej Christer. Fantastic place, fantastic fishing. Any more open Rods for this Season?
Christer schickte mir eine Liste mit einigen wenigen Möglichkeiten.
Wieder ich:
I would be intrested in following two weeks. 05.03-12.03 and 12.03-19.03.2011.
Christer: I would suggest 05.03-12.03.2011..
Ich: You got me wrong! I would like to fish Both weeks:=)
Christer: You are in!

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Zu buchen ist die Reise über www.loopadventures.com

Nähere Auskunft, zur Reise und organisation gebe aber auch gerne ich persönlich.

Mawill Lüdenbach