04.10.-11.10.2009 Lachsfischen am River Dee

Seit ich im März entschieden hatte mit schwedischen Freunden nach Schottland an den Dee zu fahren, freute ich mich auf dieses als Saisonabschluss geplante Event. Letztes Jahr hatten alle gut gefangen, Lars hatte die Toprod mit 13 Fischen! Das sich so etwas  nicht wiederholen würde war mir klar, aber mit 3-4 Fischen in der Woche würde ich mich schließlich zufrieden geben. Das alles ganz anders kommen sollte ahnte ich bis dahin noch nicht.

Am Flughafen angekommen begrüßte mich Normann´s Vater Udo, der schon früher angekommen war. Ab in den Mietwagen und los in Richtung Banchory. Von der direkt am Dee gelegenen Stadt ging es weiter zur Potartch Bridge, die einen der von uns gefischten Beats, den Ballogie trennte. Die Wunderschöne alte Steinbrücke gewährte uns einen tollen Blick auf den Bridgepool und die ersten springenden Fische.

Unser Cottage

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River Dee

Nachdem wir unser Steincottage bezogen hatten, kamen dann auch Normann und Arne an die unser Haus komplett machen sollten. Wir waren also das Fordcottage Team! Das Greenlands Team bestand aus Lars, Dan, Henrik, Nicolai und den beiden Italienern Fabio und Alessio. Allerdings fischten Dan und Henrik nur 3 Tage was uns im Endergebnis ihre zwei Ruten zu einer zusammenfassen ließen!

Wir hatten für die nächsten sechs Tage drei Beats gebucht. Den Commonty (drei Ruten), den Ballogie(vier Ruten) und den Carlogie (drei Ruten).

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Am ersten Tag wies mich der Ghillie in den Ballogie Beat ein. Dieser Beat sah vier Ruten auf 3,8 km vor. Leider war die Einteilung so vorgesehen, dass immer eine Rute auf ca. einem Kilometer fischte. Dieser eigentliche Luxus lies leider kein gemeinsames fischen und auch die Möglichkeit Fotos voneinander zu machen nicht zu. Allerdings merkte man sofort, dass die Fische weitestgehend unbefischt waren, was auch an dem vorhergegangenen Sonntag lag, an dem in Schottland, das Fischen auf Lachs verboten ist.  An diesem ersten Tag fing ich zwei Grilse, mit einer schnell an der Oberfläche gestrippten Sunray. Wie ich fand schon nicht schlecht. Als ich allerdings Lars traf und er mir von seinen acht Fischen berichtete fiel ich fast nach hinten um!  Meine Sunray war gut aber Lars´ Affenfliege war anscheinend besser! Also war es auch genau diese Fliege, die in den darauf folgenden Tagen an meinem Vorfach hing und einen Fisch nach dem anderen zum Biss provozierte.

Lachsdame vom Dee

Erstaunlich zu sehen war, das der Affe mit orangener Hechel zu ca 70% Männchen überlistete, der mit gelber Hechel zu 70% Weibchen zum Anbiss verführte. Sollte einmal keiner von beiden funktionieren, wechselte man einfach das Vorfach von Intermediate auf Xtra-super-fast-sinking und montierte eine „red Francis“ die man den Fischen sozusagen genau vor die Nase knallte. Mit genau dieser Technik konnte ich am dritten Tag einen Superfisch an den Haken bringen. Leider verlor ich diesen nach etwa 5- 10 Minuten, konnte ihn aber vorher noch im sonnigen Wasser sehen und ihn auf etwa 110 cm und ca. 13-14 Kilo schätzen.

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Normann Casting

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Normann mit Herbstlachs

Nach dem Verlust des Fisches saß ich einige Zeit etwas verdattert am Ufer und mir wurde klar, dass ich Schottland bisher völlig unterschätzt hatte! Sowohl die Anzahl als auch die Größe der Fische, hatte ich so nicht erwartet. Die anderen Fischer auf der linken Uferseite taten uns allerdings auch den gefallen und ließen die Fische weitestgehend in ruhe. Ich habe großen Respekt vor der Tradition und der Geschichte der Fischerei, die dort auch überall present ist, aber Speylines und Nassfliegen die unbewegt im 45 grad Winkel gefischt werden sind definitiv nicht das, was die Fische dort wollen!!! Vielmehr waren 90 grad und oft auch strippen angesagt, was den Spaß an der Fischerei natürlich enorm steigerte. Leider war das Verhältnis zwischen verlorenen und gefangenen Fischen sehr hoch. Bei mir kamen auf 10 gehakte Fische nur etwa 4 bis 5 Landungen. Von Bissen will ich hier lieber nicht sprechen, da es mir sonst selbst die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Ich kann aber sagen das 10-15 Fischkontakte am Tag ,,normal“ waren!

Alles in allem konnte ich in sechs Tagen 13 Lachse und 3 Meerforellen landen. Mein größter Fisch wog etwa 7,5 kg, der größte Fisch der Woche wog 14 kg. Die Toprod hatte Lars mit 46 Fischen! Insgesamt hatten wir mit neun Ruten 142 Lachse gefangen.

Als Fazit kann ich sagen: Schottland wird fest in meine Planung für die nächsten Jahre aufgenommen. Es ist eine super Möglichkeit seine Saison zu verlängern und früher starten zu lassen. Ich werde versuchen im März eine Rute zu ergattern, um den Springern nach zu stellen und auch diese Fischerei kennen zu lernen.

Tight Lines,
Mawill

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