03.07.-04.07.2010 Zwei Tage am Northern Kitza

Am Morgen des 03.07.2010 traf ich meinen Guide für die nächsten Tage. Da ich unbedingt am Kitza fischen wollte, versuchten wir Tageskarten zu bekommen. Mein Guide fischte wohl ausschließlich im Kola River und wusste nicht recht wie es mit der Kartenausgabe funktioniert. Wir fuhren zu einem Amt wo ich einen Antrag auf Lizenz stellte. Anschließend fuhren wir zu einem anderen Amt wo die Lizenz ausgestellt werden sollte sobald mein Antrag genehmigt war. Mein Guide war der ganzen Sache gegenüber äußerst skeptisch eingestellt. Nach einer Woche in Umba ohne nennenswerte Erfolge hoffte ich also sehr darauf, bald die Karten in meinen Händen halten zu können.Endlich klingelte das Telefon und ich konnte zwei 12 Stundenkarten für jeweils ca. 40 Euro kaufen. Endlich ging es zum Fluss. Mein Guide war seit 3 Jahren nicht mehr am Kitza und auch die Stelle die Jürgen mir empfohlen hatte kannte er nicht. So fuhren wir an den unteren Teil der Kitza, ca. 5 km von der Mündung zum Kola entfernt.

Es war ziemlich kalt und regnerisch. Es waren einige Angler am Fluss, ich konnte ca. 10 ausmachen. Der Fluss sah klasse aus. Viele Rauschen mit viel versprechenden Pools vor und nach dem schnellen Wasser.Aufgrund der guten Berichte von Jürgen war ich äußerst motiviert. Ich fischte mich Pool für Pool stromab bis zu den Rapids die bis zur Mündung in den Kola reichen. Leider konnte ich keinen Take verzeichnen. Mein Guide fing einen kleinen Grils. Der Fluss führte zum Teil recht viel Wasser und aufgrund der Strömungsverhältnisse war es an manchen Pools schwierig die Fliege in der richtigen Geschwindigkeit fischen zu lassen.

Sven mit Kitza-Silver

Langsam war es 18:00h und wir gingen wieder stromauf. Ich befischte einen Pool an dem man weit hinauswaten musste. Es war eine Sucherei den richtigen Weg über die großen Steine zu finden. Zum Teil war das Wasser sehr tief. Ich hatte die Hoffnung, dass noch nicht viele Leute diese Stelle befischt hatten. Ich stand nun dicht an der Hauptströmung und begann zu fischen. Ich startete mit einer kurzen Leine um dann nach und nach die Leine zu verlängern und mehr Wasser abzudecken. Gerade als ich den kompletten Schusskopf von der Rollte hatte bekam ich einen harten take. Ich hob die Rute und der Fisch flüchtete in der schnellen Strömung stromab. Meine Daniellsson hatte endlich was zu tun und kreischte laut. Zum Glück blieb der Fisch gute 20 Meter stromab stehen und ging aus dem Hauptstrom heraus. Langsam konnte ich den Fisch heran drillen. Der Fisch machte noch diverse Fluchten. Mein Guide kam zur Hilfe und ich konnte den blanken 5 Kg Fisch wenige Minuten später landen. Endlich ein Erfolgserlebnis. Für den Tag hatte ich genug und ich fuhr zurück ins Hotel um den Rest des Spiels der deutschen Nationalelf zu gucken.

Am nächsten Tag ging es um 9:00h los. Mein Guide band erstmal Fliegen. Ich kannte die Pools bereits vom Vortag und der Fluss ließ sich recht einfach lesen. Heute hatte ich den ganzen Kitza für mich alleine. Da es Samstag war, sind denke ich viele Fischer an die Lodges auf der Kolahalbinsel gefahren.

Ein weiterer schneeweißer Kitzalachs

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Der erste Pool brachte keinen Erfolg. Ich ging stromauf und mein Blick viel auf einen Nacken oberhalb einer Rausche. Der Guide hatte die Stelle nicht empfohlen aber für mich sah sie sehr gut aus. Der Fluss wurde schnell tief. Ich musste jedoch ein Stück waten um im richtigen Strom zu fischen. Die Strömung am Ufer war sehr langsam und ein guter Kontakt zur Fliege sonst ausgeschlossen. Ich fischte erst den Uferbereich des Pools ab um die Leine dann nach und nach zu verlängern. Ich hatte nun die für mich heiße Stelle erreicht. Ich warf quer-stromüber und strippte ganz langsam um Kontakt zur Fliege zu haben. Die Fliege lief in einer guten Strömung im Nacken. Ich war sehr gespannt und merkte genau wie ich es erwartet hatte einen Fisch. Da ich viel Leine draußen hatte, gab ich dem Lachs keine Zeit mehr, sondern hob direkt die Rute. Es war ein guter Fisch, jedoch nicht ganz so spritzig wie der Fisch des Vortages. Ich hatte etwas Mühe ihm im hohen Wasser zu landen. Der Fisch war silberblank und auch ca. 5 Kg schwer. Er hatte eine Netzspur am Kopf. Ich konnte den Fisch über einen überschwemmten Grasbeich ziehen und die Fliege lösen. Ein schnelles Bild und der Fisch verschwand in der Tiefe.

Den ersehnten Erfolg gabs am Kitza

Dies war ein guter Start in den Tag. Ich war mir sicher, dass hier noch mehr Fische waren. Ich befischte den Pool erneut. Als die Fliege den Hotspot wieder erreichte nahm ein Fisch. Diesmal war es ein ca. 3 Kg Grils. Die Landung war wieder aufgrund des hohen Wassers recht schwierig. Ich übte viel Druck auf den Fisch aus und versuchte einige Male ihn zu greifen. Beim 3. Versuch ist der Haken ausgeschlitzt und der Fisch schwamm davon. Da ich ja schon einen schönen Lachs hatte und mir recht sicher war noch einen zu bekommen nahm ich dies mit Humor. Ich befischte den Pool ein weiteres Mal und hatte noch einen take.

Ich ging stromauf und befischte den obersten Pool. Die Strömung war nicht besonders schnell und gleichmäßig. In der Mitte des Flusses befand sich eine Insel. Das Wasser vor der Insel sah tief aus und genau hier vermutete ich einige Fische. Diese Stelle lag jedoch auf meiner äußersten Wurfweite und ich tat mich etwas schwer die richtige Stelle zu erreichen. Als ich endlich den richtigen Wurf machte und die Fliege richtig fischte spürte ich einen Fisch. Ich hob die Rute und konnte einen schönen blanken Grils landen. Auch hier war ich mir recht sicher, dass noch etwas ging. Ich befischte den Pool erneut. Wieder kam ein guter, langer gestreckter Wurf. Konzentriert behielt ich die Leine im Auge. Ich konnte sehen, wie ein Fisch den Schusskopf unter Wasser zog. Ich hob die Rute und spürte einen guten Fisch der sofort tief ging. Leider schlitze dieser wenige Sekunden später aus.

Innerhalb von einer guten Stunde konnte ich 4 Fischkontakte verzeichnen. Von diesen Tagen hatte ich mir eigentlich mehr in Russland erhofft. Aber dies entschädigte mich zumindest etwas für die schlechte Woche am Umba.

Am Kitza fing ich all meine Fische auf eine Cascade Machine, auf einen 10er Doppelhaken gebunden.

Fazit: Leider waren die Bedingungen schwer und nicht wie erwartet. Man kann sehen, dass man sich auch in Russland seine Fische manchmal hart erarbeiten muss und auch hier nichts von alleine fängt.

Thight Lines,

Sven Hempel